Schwarzkümmelöl - Ein Geschenk der Natur

Schwarzkümmelöl Schwarzkümmelöl

Ob Hippokrates, Plinius, Paracelsus oder sogar Prophet Mohammed – sie alle erwähnen in ihren schriftlichen Hinterlassenschaften eine Pflanze auffallend häufig: Schwarzkümmel. Das traditionelle Heilkraut gehört zu den wichtigsten Arzneipflanzen überhaupt und wirkt gegen allerlei Beschwerden. Während das medizinische Potenzial der Samenkörner dank vieler Studien bewiesen ist, schätzen einige Menschen die Körner ebenso wegen ihres einzigartigen Geschmacks. Das darin enthaltene Schwarzkümmelöl ist also nicht nur pharmakologisch wertvoll, sondern nebenbei auch noch köstlich! Ein Grund mehr, sich mit der speziellen Heilpflanze einmal genauer zu beschäftigen.

Was Sie über Schwarzkümmelöl wirklich wissen müssen und warum es in keinem Haushalt fehlen sollte, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Schwarzkümmelöl eigentlich genau?

Es gehört zu den ursprünglichsten Ölsorten überhaupt und wird seit mehreren tausend Jahren von Menschen geschätzt und genutzt. Gepresst wird das dunkle Schwarzkümmelöl aus den Samen des Echten Schwarzkümmels (Nigella sativa). Bei dem Öl handelt es sich um ein reines, hochwertiges Pflanzenöl, welches über eine ganz besondere Wirkkraft verfügt.

Ursprünglich im vorderen Orient beheimatet, trat das Öl seinen Siegeszug über die Seidenstrasse bis ins heutige Westeuropa an. Es ist reich an delikaten Ingredienzien und wird nicht nur in der Küche zur Speisenzubereitung, sondern traditionell gegen vielfältige Krankheiten und Beschwerden eingesetzt.

Gut zu wissen:

Schwarzkümmelöl besitzt einen irritierenden Namen, der wohl auf einen Übersetzungsfehler zurückgeht. Das Öl hat weder botanisch noch geschmacklich etwas mit den Gewürzen Kümmel oder Kreuzkümmel zu tun.

Welche Pflanze steckt dahinter?

Der Echte Schwarzkümmel gehört der Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae) an. Die Heilpflanze stammt ursprünglich aus Südwestasien, aus der Region zwischen der heutigen Türkei, dem Irak und Pakistan. Sie hat sich in der Antike bis nach Nordafrika ausgebreitet. Noch heute finden sich in Marokko bekannte Anbauflächen, von denen die berühmte „Al-Baraka-Qualität“ stammt. Mittlerweile ist die Pflanze über die gesamte nördliche Erdhalbkugel verbreitet.

Die Ernte

Die einzelne Pflanze wächst krautartig und bildet weisse Blüten aus. In deren Mitte thront der Fruchtknoten. Hierin sitzen die kleinen, schwarzen Samen. Zur Erntezeit werden die Gewächse eingesammelt und getrocknet. Anschliessend trennt man die Fruchtkapseln von Stiel und Blüten und drischt die Schwarzkümmelsamen heraus. Aus ihnen wird das charakteristische Schwarzkümmelöl gewonnen.

Wie schmeckt Schwarzkümmelöl?

Handelsübliches Schwarzkümmelöl sollte ein intensives, frisches Aroma aufweisen. Auf der Zunge schmeckt es zunächst nach jungen Walnüssen und geröstetem Sesam. Im Abgang hinterlässt das Öl ein zitroniges und harziges Aroma, ohne dabei sauer zu wirken.

Schwarzkümmelöl rundet, dank seiner geschmacklichen Tiefe, arabische, indische und griechische Gerichte perfekt ab. Ebenso sticht es in Rohkostsalaten oder sämigen Suppen delikat hervor.

Wie wird Schwarzkümmelöl hergestellt?

Zunächst werden die Samenkörner in einer speziellen Ölmühle fein geschrotet und immer weiter vermahlen und gepresst. Wichtig dabei ist, dass dieser Vorgang rein mechanisch abläuft und die Temperatur der Masse nicht über 40 Grad ansteigt.

Durch die sog. Kaltpressung garantiert der Müller, dass die seltenen ätherischen Öle, Fettsäuren und Enzyme der Schwarzkümmelsamen nicht beeinträchtigt werden. Das so gewonnene Schwarzkümmelöl ist nativ und frei von Lösungsmitteln oder sonstigen chemischen Komponenten.

Kann man Schwarzkümmelöl selbst herstellen?

Das ist prinzipiell möglich, sofern man vorab in eine leistungsstarke Ölmühle investiert hat. Darin können die gereinigten Samen dann je nach Bedarf zuhause selbst gemahlen werden.

Weil die Samen etwa 30 Prozent Fett enthalten, benötigt man für die Herstellung von 100 Millilitern Schwarzkümmelöl etwa zwischen 300 und 400 Gramm reine Samenkörner.

Welche Qualitätsunterschiede gibt es?

Die Qualität des Öls hängt vom Erntezeitpunkt, dem Reifegrad der Samen und dem weiteren Umgang mit dem Rohstoff ab. Prinzipiell gilt: Je unverarbeiteter das Öl ist, umso erstklassiger wird es eingestuft.

Ungefiltertes Schwarzkümmelöl

Das sorgfältig gepresste Rohöl tropft dickflüssig und mit einer tiefschwarzen Farbe versehen aus der Mühle heraus. Da es unverarbeitet und nicht gefiltert ist, befinden sich alle ursprünglichen und wichtigen Nähr- und Vitalstoffe in ihm. Das Öl schmeckt intensiv scharf und liegt schwer auf der Zunge. Es handelt es um die höchste Qualitätsstufe.

Gefiltertes Schwarzkümmelöl

Werden die vielen Trüb- und Schwebstoffe aus der Flüssigkeit herausgefiltert, hellt sich das Öl zunehmend auf. Weil die ätherischen Öle überwiegend erhalten bleiben, wirkt es auf der Zunge rund, harmonisch und pikant. Hochwertiges gefiltertes Schwarzkümmelöl sollte eine goldgelbe, satte Färbung aufweisen und homogene Fliesseigenschaften besitzen.

Bio Schwarzkümmelöl

Ob gefiltert oder ungefiltert – Schwarzkümmelöl gibt es mittlerweile auch in Bioqualität. Das Besondere: Der Bauer verzichtet bei der Zucht der Pflanzen komplett auf Pestizide, Insektizide, Herbizide und Fungizide. Heraus kommt eine unnachahmlich reine Qualität, die gänzlich frei von pathogenen Rückständen ist.

Schlechte Qualität

Eine geringe Güte bemerkt man leider erst beim Öffnen der Flasche. Schlägt einem ein ranziger Geruch nach Benzin, Motoröl oder chemischen Komponenten entgegen, sollte man das Öl zurückgeben. In diesem Fall ist zu vermuten, dass es sich nicht um eine native Erstpressung handelt, sondern die Samen im Laufe des Herstellungsprozesses mehrfach und unter Mithilfe chemischer Zusatzstoffe ausgepresst wurden.

Warum sollte man Schwarzkümmelöl einnehmen?

Das satt leuchtende Öl wird seit Jahrtausenden für seine breit angelegte Heilwirkung geschätzt. Es kann oral wie topisch angewandt werden und überzeugt mit einer ganzheitlichen Wirkung.

Den wertvollen Inhaltsstoffen werden antibakterielle, antivirale und antifungale Eigenschaften nachgesagt. Somit soll Schwarzkümmelöl gegen Bakterien, Viren und Pilze gleichermassen wirksam sein. In der Naturheilkunde wird Schwarzkümmelöl als natürliches Antibiotika eingesetzt.

Ferner lassen viele Studien den Rückschluss zu, dass dem Öl entzündungshemmende, antikarzinogene, immunoptimierende und antioxidative Eigenschaften zukommen. Es soll schmerzlindernd, krampflösend sowie nerven-, magen-, leber- und nierenschützend sein. Zudem geht man davon aus, dass das Pflanzenöl blutdruck- sowie blutzuckersenkend sein könnte.

Dieses breite Wirkspektrum gilt als beispiellos und lässt sich bisher weder von anderen Heilpflanzen noch von synthetisch erzeugten Präparaten darstellen!

Fazit:

Die Vorteile des Schwarzkümmelöls liegen klar auf der Hand: Es gehört zu den nützlichsten pflanzlichen Wirkstoffen, welche die Natur zu bieten hat. Dabei ist es so sanft und köstlich, dass es gleichermassen in die alltägliche Ernährung passt und vornehmlich aus der orientalischen Küche nicht mehr wegzudenken ist.

Neben der kurativen Wirkung gilt Schwarzkümmelöl zudem als wahrer Jungbrunnen. Es fördert das ureigene Wohlbefinden und verhilft dem Körper zu neuer Energie und Ausgeglichenheit.

Auf einen Blick: So wirkt Schwarzkümmelöl

Für wen ist Schwarzkümmelöl geeignet?

Für Menschen

Laut der traditionellen Anwendungsweise profitieren Menschen aller Altersstufen von der Einnahme des Öls. So ist es bereits möglich, Babys, Kinder oder Teenager damit zu versorgen und insbesondere in der Wachstumsphase hierdurch zu unterstützen. Doch auch ältere Menschen schätzen die stärkenden und heilenden Eigenschaften des Öls.

Für Tiere

Ebenso gilt Schwarzkümmelöl als Geheimtipp zur Gesunderhaltung des Haustiers. Ob Kaninchen, Hund, Pferd oder eine ganze Hühnerschar – all diese Tiere dürfen mit dem Öl oder den vollwertigen Samen gefüttert werden.

Einzig Katzen sollten damit nicht in Berührung kommen. Den Stubentigern fehlt ein Enzym, welches für den Abbau spezifischer ätherischer Öle verantwortlich ist.

Was bewirkt es beim Menschen?

Schwarzkümmelöl ist für seine ganzheitliche Wirkung bekannt. Es soll heilend, ausgleichend und aufbauend wirken. Aus der Volks- und Erfahrungsheilkunde sind viele Anwendungsmöglichkeiten überliefert.

Bei Organ-Beschwerden

Zu den klassischen Anwendungsgebieten des Öls gehören Beschwerden innerhalb des Magen-Darm-Traktes. Bei Erkrankungen wie Durchfall, Blähungen, Colitis ulcerosa, Divertikulitis, Reizdarmsyndrom oder Verstopfungen könnten insbesondere die krampflösenden und antibakteriellen Eigenschaften weiterhelfen.

Auch bei Problemen rund um den Magen (Reflux, Reizmagen, Magengeschwür, Sodbrennen, Gastritis) sowie Urogenitaltrakt (Blasenentzündung, Schutz der Prostata) soll Schwarzkümmelöl nützlich sein.

Bei Erkrankungen der oberen Atemwege

Weil manche Forscher vermuten, dass das Öl einen bronchienerweiternden Effekt hat, wird es allgemeinhin gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt. Ob bei Asthma, COPD, Husten, Rachenentzündung – oder bei Problemen im Bereich von Lunge, Nasennebenhöhlen oder Nasenschleimhaut – das Öl gilt als Mittel der Wahl.

Zur Förderung der Zahngesundheit

Die entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung macht man sich darüber hinaus zunutze, um die Zahngesundheit zu gewährleisten. Speziell im Kampf gegen Plaque, Parodontitis und Parodontose attestieren Ärzte dem Öl erstaunlich gute Heilerfolge. Aus diesem Grund wird das Öl mittlerweile einigen homöopathischen Zahncremes und Mundspülungen beigemischt.

Gegen Allergien

Das im Öl enthaltene Prostaglandin soll zudem die krankhafte Überreaktion des Immunsystems eindämmen können. Aus diesem Grund wird Schwarzkümmelöl innerlich gegen Vitiligo (Weissfleckenkrankheit), Allergien nahezu jeder Art sowie bei Heuschnupfen und Unverträglichkeiten empfohlen.

Gegen Zivilisationskrankheiten

Einige Studien befassen sich mit der Wirksamkeit von Schwarzkümmelöl bei den sog. Wohlstandskrankheiten. Auch hier sind erstaunliche Resultate festgestellt worden.

Bei Diabetes: So soll der regelmässige Verzehr von Schwarzkümmelöl die Gluconeogenese hemmen und somit einen antidiabetischen Effekt mit sich bringen. Damit soll die Insulinempfindlichkeit von Patienten mit Diabetes Typ 1 wieder ansteigen können.

Bei hohen Blutfettwerten: In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Schwarzkümmelöl quasi ein natürlicher Lipidsenker ist. Es scheint den Gehalt an Triglyceriden verringern zu können und kann somit zusätzlich vor Diabetes schützen.

Bei Herz- und Gefässkrankheiten: Bei Bluthochdruck, Herzinfarkt, Thrombose, Stauungen im Lymphsystem oder bei kardiovaskulären Beschwerden scheint Schwarzkümmelöl einen ausgleichenden und stärkenden Effekt zu haben. Im Reagenzglas konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere das enthaltene Thymol und Carvacrol die Gerinnungsfähigkeit der Blutplättchen normalisieren kann. Damit ist Schwarzkümmelöl ein natürlicher Thrombozytenaggregationshemmer und hilft dabei, dass die Arterien langfristig frei bleiben.

Krebs

Schon seit einigen Jahren vertrauen auch westliche Mediziner auf die Kraft des Schwarzkümmelöls und empfehlen es ihren Patienten zur Regulierung des Immunsystems – beispielsweise parallel zur Chemotherapie.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM sowie in der europäischen Naturheilkunde ist man da schon einen Schritt weiter. Hier wird Schwarzkümmelöl aktiv als Mittel gegen Krebs eingestuft und soll präventiv vor Leukämie, Darmkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen können.

Erste Analysen unterstützen die Annahme. Indem spezielle Immunzellen aktiviert werden (T-Helferzellen sowie neutrophile Granulozyten) soll sich ein ganzheitlich schützender Effekt vor der Entstehung einiger Krebserkrankungen ableiten lassen können.

Als Hautpflegemittel

Viele pflanzliche Öle verfügen äusserlich aufgetragen über eine erstaunliche Wirkkraft und werden somit gerne im Anti-Aging-Bereich eingesetzt. Genauso lässt sich bei Schwarzkümmelöl feststellen, dass es eine pflegende Eigenschaft besitzt und somit regelmässig zur Stärkung und Regeneration von Haut, Haaren, Nägeln und Kopfhaut angewendet werden kann. Es schützt, dank seiner enthaltenen Antioxidantien, vor Falten und kann bei der Massage eingesetzt werden.

Lokales Hauttherapeutikum

Neben den Aspekten der Hautpflege kann Schwarzkümmelöl aber ebenso therapeutisch auf der Hautoberfläche genutzt werden. Die enthaltenen Inhaltsstoffe regen die Durchblutung an und können somit die Wundheilung (etwa nach einer Geburt, einer Operation, bei einer Fissur) vorantreiben. Auch Narben lassen sich so behandeln. Bei trockener, juckender Kopfhaut, Haarausfall oder Wachstumsstörungen könnte das Öl ebenfalls helfen.

Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften macht man sich ferner zunutze, indem das Öl gegen Akne, Neurodermitis, Psoriasis, Abszesse, Ekzeme, Couperose, Lichen Sclerosis, Rosazea, Röschenflechte oder Pickel eingesetzt wird. In solchen Fällen ist zusätzlich eine regelmässige orale Aufnahme denkbar.

Gegen Pilzinfektionen

Nachgewiesen ist, dass Schwarzkümmelöl eine antifungale Eigenschaft besitzt. Es dämmt krankmachende Pilze ein und unterstützt somit das natürliche Mikrobiom von Haut und Schleimhäuten. Das ist gerade dann wichtig, wenn eine Candida-Infektion vorliegt (etwa ein Hautpilz wie Fusspilz, Nagelpilz, Scheidenpilz, oder ein innerlicher Pilz wie Darmpilz).

Gegen Virusinfektionen

Der genaue Wirkmechanismus konnte zwar noch nicht final geklärt werden, gleichwohl gilt Schwarzkümmelöl als natürliches Anti-Viren-Mittel. Das Naturprodukt wird alternativmedizinisch gegen äusserliche Infektionen durch Viren (etwa bei Warzen oder Herpes) eingesetzt.

Ganzheitliche Wirkung

Im Rahmen der Naturheilkunde schätzt man die holistischen Fähigkeiten des Öls. Mit ihm lassen sich eine Entgiftung, Diät oder reinigende Kur regelrecht forcieren. Hintergrund könnte sein, dass Schwarzkümmelöl antioxidativ und leberschützend wirkt. Insofern ist der Verzehr immer dann sinnvoll, wenn der Körper gerade besonders viele Giftstoffe neutralisieren und abtransportieren soll.

Weil das Öl schmerzlindernde und antiinflammatorische Eigenschaften hat, wird es durchaus zur naturheilkundlichen Behandlung von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises verwendet (Entzündungen wie Rheuma, Arthrose, aber auch bei MS). Ebenso soll es gegen Migräne, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Unwohlsein helfen können.

Im Rahmen von Ayurveda setzt man Schwarzkümmelöl ein, um den Hormonhaushalt wieder in Balance zu bringen. So soll der regelmässige Verzehr die endokrinen Drüsen schützen und die Schilddrüse beruhigen können, weshalb der Einsatz des Öls etwa bei Hashimoto befürwortet wird. Ferner soll es die Fruchtbarkeit fördern, Beschwerden der Wechseljahre eindämmen, bei Männern die Potenz steigern und bei Frauen die Libido fördern können.

Gegen Parasiten

Für Aufsehen sorgte 2014 der Teilnehmer des bayrischen Landeswettbewerbes von „Jugend forscht“. Der Junge mischte seinem Hund regelmässig Schwarzkümmelöl ins Futter, um das Tier von Allergien zu befreien. Im Verlauf der Therapie fiel auf, dass der Hund nicht weiter von Zecken befallen wurde. In einer anschliessenden Versuchsreihe konnte der junge Hobbyforscher beweisen, dass das Öl zur natürlichen Zeckenabwehr taugt.

Dieses Ergebnis bestätigt die traditionelle Anwendungsweise des Pflanzenöls. Denn schon immer wurde Schwarzkümmelöl bei Mensch wie Tier gegen Parasiten eingesetzt. Es soll bei einem innerlichen Befall mit Würmern (Madenwürmer) helfen und ebenso gegen Zeckenbisse, Insektenstiche, Läuse und Flöhe wirken können.

Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe im Detail

Je nach Erntezeit und Verarbeitung variieren die Nährwerte der jeweiligen Pressungen. Die Samen an sich bestehen aus mehr als 100 einzelnen Elementen. In Verbindung mit dem enthaltenen Fettanteil ergibt sich ein inhaltsreiches und hochkonzentriertes Naturprodukt.

Welche Fettsäuren sind enthalten?

Das fertige Öl weist einen Anteil von rund 55 bis 60 Prozent Linolsäure (zweifach ungesättigt) und etwa 20 bis 25 Prozent einfach ungesättigter Ölsäure auf. Ferner sind rund 13 Prozent Palmitinsäure enthalten. Als weitere Bestandteile finden sich geringere Mengen Myristin-, Palmitolein-, Stearin-, Linolen-, Arachin- sowie Eikosaensäure im Schwarzkümmelöl.

Das Öl gilt als ausgezeichnete Quelle für die wertvollen essenziellen Fettsäuren. Das Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 beträgt circa 1:55.

Weitere Bestandteile in Schwarzkümmelöl

Moderne Analysen zeigen, dass es sich um ein sehr nahrhaftes Pflanzenöl handelt. Insbesondere der Anteil ätherischer Öle ist hervorzuheben. Die etwa 30 Prozent Thymochinon (Radikalfänger) und fünf Prozent Alpha-Pinen dominieren sowohl den Geschmack als auch den Geruch. Zudem sind Thymol, P-Cymen, Alpha-Thujen und Nigellon in nennenswerten Konzentrationen enthalten. Einer Studie aus dem Jahr 2004 zufolge sollen genau diese Bestandteile für den schmerzstillenden und entzündungshemmenden Effekt des Schwarzkümmelöls verantwortlich sein.

Zugleich sind die Alkaloide Nigellicin, Nigellidin und Nigeglanin mit einbezogen. Die seltenen Saponine Melanthin, Hederidin, Alpha-Hederin und Hederagenin sorgen für das einzigartige Wirkstoffspektrum.

Welche Vitamine und Mineralien sind in dem Öl?

Natürlich verfügt das pflanzliche Öl auch über viele gesunde Vitalstoffe. So zählen insbesondere Provitamin A, einige Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und das antioxidative Vitamin E zu den enthaltenen Vertretern. Bei den Spurenelementen ist der Anteil an Magnesium, Selen und Biotin zu nennen.

Lagerung und Aufbewahrung von Schwarzkümmelöl

Wie die meisten wirkungsreichen Naturstoffe ist Schwarzkümmelöl empfindlich. Es sollte möglichst im Kühlschrank und ohne Einfluss von Licht und Sauerstoff gelagert werden. Sinnvoll ist es, das Öl in einer dunklen Flasche aufzubewahren.

Tipp: Spezielle Gummikorken ermöglichen es, den Inhalt der Flasche zu vakuumieren. So ist die Flüssigkeit vor einer Oxidation geschützt. Die Pfropfen sind, nebst zugehöriger Pumpe, im Weinhandel erhältlich.

Haltbarkeit von Schwarzkümmelöl

Ist die Flasche noch nicht geöffnet, kann sie zwischen 12 und 24 Monaten haltbar sein. Nach dem Anbruch sollte das Öl innerhalb von 12 Wochen zügig aufgebraucht werden. Je intensiver der in der Luft enthaltene Sauerstoff auf die Flüssigkeit einwirkt, desto schneller verdirbt das kostbare Öl.

Umgang mit Schwarzkümmelöl

Das aromatische Öl ist köstlich, aber leider temperaturempfindlich. Es hat einen niedrigen Rauchpunkt und kann deshalb nicht zum Braten oder gar Frittieren genutzt werden. Schön ist es, das Öl pur zu verwenden, beispielsweise als aromatische Zugabe im Dressing oder als pikante Note über gedünstetem Gemüse. Um die heilsamen Inhaltsstoffe zu schonen, sollte es prinzipiell nicht erwärmt werden.

Dosierung beim Menschen: Wie oft am Tag einnehmen?

Das Öl ist einfach zu verwenden. Es reicht bereits aus, zweimal täglich zwei Teelöffel davon zu verzehren. Das kann pur geschehen oder eingerührt in ein Glas Saft.

Wer lieber zu Kapseln greift, sollte darauf achten, dass diese rund 500 mg Schwarzkümmelöl enthalten. Dann liegt die übliche Verzehrempfehlung bei 6 Monokapseln, die über den Tag verteilt eingenommen werden.

Wird die Tagesdosis einmal überschritten, ist das nicht gravierend. Das Öl ist als Lebensmittel zugelassen und kann daher kaum überdosiert werden.

Einnahmedauer

Viele Menschen schätzen es, das Öl als Kur einzunehmen. In dem Fall beträgt die Einnahmedauer rund drei bis sechs Monate. Empfohlen wird, täglich 10 bis 25 Tropfen davon einzunehmen. Es spricht aber auch nichts dagegen, Schwarzkümmelöl dauerhaft in die Ernährung zu integrieren und sich langfristig täglich einen Löffel davon zu gönnen.

Dosierung beim Tier

Hunde können, je nach Körpergewicht, etwa zwei bis sechs Tropfen pro Tag ins Futter gemischt bekommen. Bei Ponys dürfen bis zu 10 ml täglich, bei ausgewachsenen Pferden bis zu 20 ml pro Tag beigemischt werden.

Das Tier kann ausserdem äusserlich mit Schwarzkümmelöl behandelt werden. Das funktioniert ganz unkompliziert, indem die Bürste damit benetzt wird. Dann lässt sich die Substanz einfach im Fell verteilen. Schwarzkümmelöl kann aber ebenso gut direkt auf die entsprechende Stelle einmassiert werden.

Gibt es Nebenwirkungen?

Schwarzkümmelöl ist ein Lebensmittel. Wie bei allen Nahrungsmitteln sollte der Verzehr ausgewogen sein. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen konnten bisher nicht festgestellt werden. Manche Anwender berichten davon, in der ersten Zeit nach der Aufnahme aufstossen zu müssen.

Wer grosse Mengen Öl verzehrt, könnte vorübergehend an Magen-Darm-Beschwerden leiden. Die Vermutung, dass Schwarzkümmelöl lebertoxisch sein könnte, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr gilt das Naturprodukt als leberschützend.

Wie ist die Verträglichkeit?

Wie bei allen anderen Nahrungsmitteln auch, ist das Auftreten einer Kontaktallergie oder einer Überempfindlichkeit prinzipiell möglich.

Wer darf kein Schwarzkümmelöl einnehmen?

Schwarzkümmelöl enthält ätherische Öle (Thymochinon, Thymol, P-Cymen, Nigellon, Alpha-Pinen). Streng genommen gelten solche Inhaltsstoffe als wehenfördernd. Demzufolge sollten Schwangere oder stillende Mütter vor dem Verzehr ihren Arzt befragen.

Wann einnehmen?

In den allermeisten Fällen wird das Öl unmittelbar vor oder nach dem Essen verzehrt. Wird das Schwarzkümmelöl im Rahmen einer Kur verwandt, kann es direkt am Morgen nach dem Aufstehen eingenommen werden.

Wo kann man Schwarzkümmelöl kaufen?

In den vergangenen Jahrzehnten wurde Schwarzkümmelöl überwiegend in Apotheken verkauft. Mittlerweile haben sich viele weitere Anbieter auf das Öl spezialisiert. So findet man es bei den bekannten Drogeriemärkten wie auch in Reformhäusern oder Biomärkten.

Wer Wert auf ein möglichst frisches Produkt legt, sollte sich an einen spezialisierten Online-Händler wenden. Hier lässt sich hochwertiges Schwarzkümmelöl kaufen, welches meist aus tagesfrischer Produktion stammt. Der Vorteil: Das Öl lässt sich unkompliziert bestellen und wird direkt nach Hause geliefert. Gute Händler erkennt man an der ausgewählten Produktpalette und einer aufschlussreichen Produktbeschreibung.

In welcher Form kann man das Naturprodukt kaufen?

Was ist besser: Schwarzkümmelöl oder Schwarzkümmelkapseln?

Ob man das Öl frisch aus der Flasche oder aufbereitet in Form von Kapseln zu sich nimmt, ist Geschmackssache. Wer sich mit dem Aroma des Öls nicht anfreunden kann, für den sind die gefüllten Weichkapseln eine prima Alternative. Achten muss man dann aber darauf, dass weitere Bestandteile in den Kapseln enthalten sein könnten. Neben dem Überzugsmittel Gelatine mischen manche Hersteller beispielsweise Gerinnungshemmer, Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Zutaten hinzu.

Beim tropfenweisen Direktverzehr aus der Flasche hat man den Vorteil, dass Dosierung und Menge frei bemessen werden können. Ebenso darf man sich sicher sein, wirklich frisches und reines Öl zu konsumieren. Der Nachteil: Weil Schwarzkümmelöl über viele Antioxidantien verfügt, reagiert es mit Sauerstoff. Deshalb sind angebrochene Flaschen nicht unbegrenzt haltbar und müssen zügig aufgebraucht werden.

Wann tritt die Wirkung des Schwarzkümmelöls ein?

Aus der Forschung rund um Omega-3-Fettsäuren weiss man, dass die Zellen die ungesättigten Verbindungen nicht sofort verwerten. Man geht davon aus, dass sich nach rund drei Monaten ein gewisser Effekt bemerkbar machen sollte. Insbesondere Menschen, die Schwarzkümmelöl als Kur einnehmen möchten, sollten diese zeitliche Verzögerung berücksichtigen.

Leckere Rezepte mit Schwarzkümmelöl

Das frische Pflanzenöl ist ein wahrer Genuss. Es gibt kaum ein anderes Nahrungsergänzungsmittel, welches so vielfältig in der Küche eingesetzt werden kann. Es spricht auch nichts dagegen, möglichst häufig kreative und leckere Rezepte mit Schwarzkümmelöl in den täglichen Alltag zu integrieren.

Wichtig:

Die wertvollen Inhaltsstoffe vertragen keine Hitze und eignen sich deshalb nicht zum Kochen und Braten! Das Öl sollte deshalb entweder nur kalten Speisen zugefügt, oder erst am Ende des Kochvorgangs über das Gericht geträufelt werden.

Linsensalat mit Schwarzkümmelöl

Zutaten:
300 Gramm Beluga-Linsen
2 EL Weissweinessig
2 kleine Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Bund glatte Petersilie
Für das Dressing: 5 Teelöffel Schwarzkümmelöl, etwas Olivenöl, 1 Esslöffel Honig, Weissweinessig, Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Linsen (ohne Salz) rund 40 Minuten lang weichkochen. Danach abgiessen, mit dem Essig benetzen und ausdampfen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebeln würfeln und die Petersilie sowie den Knoblauch rebeln. Alles in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig anbraten.

In einer Schüssel das Dressing anrühren. Die noch warme Mischung aus der Pfanne sowie die Linsen hinzugeben und alles vermengen. Zum Schluss das Schwarzkümmelöl unterheben. Der Salat kann lauwarm oder kalt gegessen werden.

Kürbissuppe mit Schwarzkümmel

Zutaten:
1 kleiner Hokkaido-Kürbis
1 Bund frisches Suppengemüse
1 Zwiebel
2 Kartoffeln
1 EL Öl (zum Anrösten)
1 Liter Gemüsebrühe
250 ml Sahne
Salz und Pfeffer
Schwarzkümmelöl und Schwarzkümmelsamen

Zubereitung:
Das gesamte Gemüse waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Noch schneller geht es, wenn die ausgeputzten Zutaten kurz im Mixer zerkleinert werden. Alles zusammen in einen grossen Topf geben und anrösten. Dann mit der Brühe abgiessen und bei geschlossenem Topf rund 30 Minuten köcheln lassen. Nach der Kochzeit die weichen Gemüsestückchen mit dem Zauberstab pürieren. Etwas Sahne hinzufügen und die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Cremesuppe in Schalen einfüllen und jeweils mit einigen Tropfen Schwarzkümmelöl und einer Prise Schwarzkümmelsamen bestreuen.

Pfannen-Moussaka mit Schwarzkümmel

Zutaten:
500 Gramm Kartoffeln
500 Gramm Hackfleisch (Lamm oder Rind)
2 Knoblauchzehen
1 Aubergine
2 Zucchini
1 Zwiebel
Öl zum Anbraten

Für die Sosse:
1 Fetakäse
2 Knoblauchzehen
1 grosser Becher Joghurt
Salz und Pfeffer
Schwarzkümmelöl

Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen und mit etwas Salz aufstellen.

Das Hackfleisch mit den geschälten und gepressten Knoblauchzehen zusammen scharf anbraten, dann aus der Pfanne nehmen. In der Zwischenzeit die Aubergine, Zwiebel und die Zucchini in sehr kleine Würfel schneiden. In zwei Portionen aufteilen und nacheinander in der Pfanne bei mittlerer Hitze ausbraten, so dass der grösste Teil des enthaltenen Wassers verdampft. Wenn das Gemüse anfängt zu rösten, das Hackfleisch zugeben und alles nochmals kurz braten.

Parallel die Sosse zubereiten: Den Schafskäse mit einer Gabel krümelig zerdrücken. Die Knoblauchzehen putzen, pressen und mit dem Joghurt zusammen in eine Schale geben. Den Feta einrühren und die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nach der Kochzeit die Kartoffeln abschütten und ausdampfen lassen.

Zum Servieren die Kartoffeln auf einem Teller anrichten. Daneben die Fleischmasse platzieren und beides mit einem grosszügigen Klecks der Fetacreme abrunden. Ganz zum Schluss das Fleisch mit einigen Tropfen Schwarzkümmelöl aromatisieren.

Kichererbsen-Dip mit Schwarzkümmel

Zutaten:
1 Dose Kichererbsen (Abtropfgewicht ca. 240 Gramm)
100 Gramm Quark
2 EL Tahini-Paste
Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Schwarzkümmelöl
Schwarzkümmelsamen

Zubereitung:
Die Kichererbsen abgiessen, dabei das Wasser auffangen. Die Hülsenfrüchte in einen Mixer füllen und fein zerstossen. Den Quark, die Paste und die Gewürze hinzufügen und alles mischen. Für eine weichere Konsistenz etwas von dem Abtropfwasser hinzugeben. Pikant abschmecken und in eine Schale umfüllen. Zum Schluss mit den Samen bestreuen.


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